6/23 Ich habe Angst, dir das du zu schreiben

März 1, 2023 | Wunderbares Denken

Newsletter Wunderbares Denken.

Ich grüße dich!

Jedes Mal, wenn der Wochenkreislauf wieder auf den Newsletter-Tag zuwandert, gleicht mein Geist einer Karaoke-Bar, in der meine kreativen Ideen eine Party feiern. Sie geben einen Song nach dem anderen zum Besten, von der Ballade zu Hardrock, von Pop zu Hip-Hop. Alle haben Spaß, außer …

Sie sitzt im Publikum und würde sich niemals trauen, auch nur in Richtung Bühne zu denken. Viel zu unsicher und nicht steuer- (geschweige denn) kontrollierbar ist das Ergebnis. Sie sitzt alleine an ihrem Tisch und bereits zu Beginn jeder Performance zählt sie all die Hindernisse, Unwägbarkeiten und Schwächen einer jeden Idee auf.

Ich habe schon oft versucht, sie rauszuwerfen oder rauswerfen zu lassen, doch kaum ist sie draußen, ist sie schon wieder da. So als hätte sie einen unendlichen Vorrat an Klonen zur Verfügung.

Von Elisabeth Gilbert, der Autorin von “Eat, Pray, Love”, hörte ich dazu etwas sehr Interessantes: Sie sagte in einem Interview, dass sie gar keine Ambitionen hege, ein angstfreier Mensch zu sein. Die einzigen angstfreien Menschen, die sie kenne, seinen Psychopathen oder Kleinkinder; und sie hätte keinerlei Interesse daran, eines von beiden zu sein.

Stattdessen ist sie sich sicher, dass ihre Angst ihr bereits zum wiederholten Mal ihr Leben gerettet hat. Immer dann, wenn die leise Stimme sagte: Du fährst zu schnell. Oder: Geh nicht in das Apartment mit diesem Typen. Deshalb schätze sie ihre Angst.

Allerdings, meinte sie, hätte ihre Angst leider keine Ahnung von Kreativität. Denn kreativ zu arbeiten und sich damit in der Welt zu zeigen, habe immer einen ungewissen Ausgang. Damit kann die Angst einfach nicht umgehen. Daher sagt sie ihrer Angst in kreativen Momenten ganz liebevolle Dinge wie: Das ist nur ein Gedicht, das wird uns nicht umbringen. Oder: Es ist nur ein Kapitel von meinem Roman, daran werde ich nicht sterben.

Eigentlich wollte ich in diesem Brief etwas ganz anderes mit dir teilen. Doch nachdem sich so viele meiner Leserinnen (ja es waren alles Frauen) auf meinen letzten Brief gemeldet haben und ich sogar in Eva Schellers #Freitagsbrief erwähnt wurde, wollte ich diese Geschichte mit dir teilen.

Vielleicht stellst du, wie ich jetzt auch einen neuen Tisch in deiner geistigen Karaoke-Bar auf. Vielleicht einen etwas weiter am Rand, wo das Licht etwas gedimmter ist und die Stimme am Tisch etwas weniger deutlich zu hören ist. Der Service sollte jedoch vorzüglich sein. Denn an dem Tisch sitzt Lebensretterin Angst, die in Sachen Kreativität leider nur wenig mitreden kann, aber dennoch sehr geschätzt werden darf.

Ich wünsche dir viel Freude beim Wahrnehmen und Entdecken deiner kreativen Ideen in dieser Woche!

Wunderbar gedachte Grüße,
Carina

P. S. Elizabeth Gilbert hat das Buch “Big Magic” geschrieben für all die Menschen, die ihr kreatives Schaffen in die Welt lassen wollen, aber sich aus Angst zurückhalten. Hast du Lust, es mit mir zu lesen? Es ist in sechs Teile untergliedert und wir könnten es in sechs Wochen lesen. Ganz ohne Stress. Und wenn wir lustig sind, können wir am Ende der sechs Wochen dazu plaudern. Was denkst du darüber?

Schicke wunderbare Gedanken in die Welt

0 Kommentare

Kommentar Schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hier kannst du gleich weiter stöbern ...

Newsletter Wunderbares Denken.

7/26 Ich traue mich noch mal

„Du stellst dich jetzt für die nächsten sechs Monate frei“, sagte Jochen, mein ehemaliger Kollege, zu mir. Wir haben uns vor einigen Jahren bei einem privaten Institut kennengelernt, bei dem wir beide doziert haben und sind locker in Kontakt geblieben. Jochen ist Mehrfachunternehmer, Start-up- und Gründungscoach. Und er wird mich bei meinem nächsten Schritt unterstützen, mich wieder selbständig zu machen.

Newsletter Wunderbares Denken.

6/26 Erst schwarz, dann Gold

Das Licht am Ende des Tunnels kann ich bereits sehen. Es ist größer als noch vor einigen Tagen, doch noch habe ich ein Stück zu gehen, bis ich den dunklen Abschnitt des Tunnels hinter mir lassen kann. Den Abwicklungsvertrag habe ich unterzeichnet. Meine Anwältin riet mir dazu. Doch die Tage, bis ich dazu in der Lage war, waren steinig. Eine Freundin erkundigte sich per WhatsApp, wie es mir ginge, und ich schrieb ihr dies: „Anfang des Monats wurde mein ‚Weggang‘ aus der Firma verkündet…

Newsletter Wunderbares Denken.

5/26 Mach nen Hacken dran

„Du kannst es jetzt nicht mehr ändern und ja, das war eine be…scheidene Situation. Aber das ist jetzt vorbei, du weißt wo du dran bist und kannst einen Haken dran machen und dich auf das Positive in der Zukunft konzentrieren.“ Diese Sätze hörte ich, als ich mal wieder mit meinen Hunden unterwegs war. Eine gute Bekannte rief mich an. Sie wusste bereits, dass meine Firma meinen Vertrag auflösen wollte. Doch die näheren Umstände dahinter kannte sie noch nicht…