Mit den eigenen Gedanken sein. Leichter gesagt als getan in so manchen Momenten, was meinst du?

In den guten Momenten, sprich wenn meine Gedanken überwiegend in ihrer Sonntagshaltung sind (gut angezogen und im Vollbesitz ihrer guten Erziehung) dann will ich sehr gerne in meinen Gedanken hängen bleiben.

Sonntagsgefühle

Hach, das sind die Momente, in denen ich mich fühle wie in einer Teegesellschaft mit inspirierenden Gesprächen. Oder ich fühle mich wie bei einem Picknick mit Freunden im Park. Wir sitzen alle auf einer Decke und sprechen über Gott und die Welt, sind albern und nichts scheint unmöglich.

Endzeitstimmung

Dann sind da noch die anderen Momente, die sich eher anfühlen wie eine Mischung aus Montagmorgenblues und Endzeitstimmung. Niemand will dann mit meinen Gedanken sein und ich schon gar nicht.

Sie benehmen sich, als wären sie aus einem der übelsten Gang-Movies entsprungen oder frisch infiziert aus The Walking Dead in meinen Kopf gehüpft.

Ne ne, da will ich wirklich nicht mit meinen Gedanken sein.

Umschalten bitte!

Und dann kann ich es auch verstehen, dass Menschen versuchen, ihre Hängerchen zu lösen und diese Gedanken nicht zu haben. Sie irgendwie auszutauschen wie beim Pay-TV. Nein, diese House of Cards-Ränkespielchen gefallen mir nicht, ich schaue heute lieber Bull. Da geht es am Ende jeder Serie gut aus für die Guten.

Doch es gibt auch die Sonntags-Tage, an denen ich House of Cards sehr wohl schaue und mir nicht gleich Gedanken darüber mache, ob Politik in der Wirklichen Welt so abläuft, denn dann würde mich nichts mehr wundern.

Urlaubsgefühle im Kopf

Das sind die Momente, in denen ich mich mit meinen Gedanken wie im Urlaub fühle. Tage, an denen nichts muss und alles kann. Wenn ich gefühlt in der Hängematte liege und die Welt und den lieben Gott gerne auch neben mir existieren lassen kann.

Früher dachte ich, ich müsse diese Tage erzwingen. Dass ich diesen Zustand beibehalten muss, komme, was da wolle. Und wenn ich es nicht schaffe, dann bin ich zu dumm, denn andere schaffen das ja auch nur ich wieder nicht…

Kennst du auch, oder?

Aber hey, wie im wirklichen Leben auch bin ich nicht an 365 Tagen im Jahr im Urlaub. Es gibt Tage, die fühlen sich wie harte Arbeit an, so Holzfäller mäßig. Und es gibt die Tage, da läuft es wie geschnitten Brot, so als würde ich mit einem heißen Messer durch kalte Butter schneiden.

Und eines habe ich begriffen. Auch wenn ich es nicht immer sofort und supergut umsetzen kann.

Wie das Wetter es kommt und geht.

Ich habe verstanden, dass diese Tage kommen und gehen und dass auch meine Gedanken kommen und gehen.

Also, auch wenn mal wieder Endzeitstimmung herrscht in meinem Gedankenterrarium weiß ich, wenn ich nur lange genug warte, gehen sie vorüber. Und je besser ich es in dieser Zeit schaffe, überwiegend unbeeindruckt von ihnen zu bleiben, sogar noch schneller.

Überhaupt finde ich diesen Zustand des Unbeeindrucktseins sehr attraktiv.

Er glättet ein bisschen die Peaks, ohne sie komplett auszulassen.

Was sind deine Gedanken dazu: Kannst du gut mit deinen Gedanken sein?

Ich freue mich über deinen Kommentar, dann können wir uns dazu austauschen!

Allerliebste Grüße und bis bald,
deine Carina