Ich hätte noch mehr schreiben können, zum Beispiel, dass ich es liebe, wenn unsere Gewürzschublade alphabetisch geordnet ist oder dass ich fast alle Asterix & Obelix Filme mitsprechen kann, neben den Goonies, Spaceballs und noch etwa 50 anderen Filmen. Ich hätte dir auch noch davon erzählen können, dass ich bei bestimmten Tönen weinen muss, wenn ich sie höre oder selbst singe und dass ich Angst habe vor Gewitter.

Nun, ich habe mich für diese 15 Wahrheiten entschieden, die du so noch nicht von mir kennst. Angestiftet wurde ich dazu von Anna Koschinski, die auch mal einen solchen Fakten-Beitrag über sich selbst veröffentlicht hat. In ihrer Bloggen-Community habe ich mich in den letzten Monaten dazu inspirieren lassen, wieder mehr über meinen Blog zu teilen und da dürfen ein paar Schmankerl über mich auch nicht fehlen. Also legen wir los:

#1: Du kannst dich mit mir unterhalten, während ich schlafe

Ja, das ist leider wahr. Ich hatte tatsächlich mal einen Freund, der das herausgefunden hat und mit ernsthaft nachts Fragen gestellt hatte. Zu meinem Glück hat er es mit damals gesagt und ich habe ihm ein sehr deutliches Bild davon machen können, was passieren wird, wenn er das nicht augenblicklich wieder lässt. Was er dann auch getan hat.

#2: Meine Mama ekelt sich ganz oft vor mir

Denn ich fasse Regenwürmer mit den Händen an und trage sie von der Straße ins Gras, damit sie nicht überfahren werden. Schnecken also die mit Häuschen übrigens auch. Und Blindschleichen, auch wenn sie sich nicht von selbst an den Rand schlängeln. Wenn ich es nicht mache, laufe ich mitunter noch einmal zurück und schaue nach, ob sie noch da sind. Von meiner Mutter ernte ich dann immer verzweifelte Blicke, das nicht zu tun, gefolgt von einem: „… nein nein nein, jetzt fasst die die Dinger mit bloßen Händen an …“. Tja nun, ich wurde einfach gut erzogen. ;o)

#3: Mein Lieblingsessen ist Pizza

Ich kann sie morgens, mittags und abends essen. Leider konnte ich noch nie testen, an wie vielen Tagen hintereinander ich das durchziehen könnte, weil mein Mann Pizza nicht so sehr mag und einfach viel zu lecker kocht. Aber eines Tages werde ich es testen! Warum ich sie so gerne mag, weiß ich gar nicht. Vielleicht weil ich mich mit allem, was mit Italien zu tun hat, so verbunden fühle. Ich hatte über sechs Jahre einen italienischen Freund, mit dem ich immer nach Italien zu dessen Opa gefahren bin. Es war ein kleines Dorf namens „Carpino – Città dell‘ olio und ich war dort die einzige Ausländerin. So habe ich Land und Leute sehr gut kennenlernen können und abends, wenn wir ausgegangen sind, haben wir uns meistens ein Stück Pizza geholt in einem dieser Läden, die so große Stücke auf die Hand verkaufen. Alleine beim Schreiben darüber kriege ich Hunger …

#4: Ich glaube an Einhörner

Und bin davon überzeugt, dass sie irgendwo auf der Welt leben. Seit dem Film „Das letzte Einhorn“ stelle ich mir vor, dass sie wirklich irgendwo auf der Welt leben. Vielleicht haben sie sich in einen geheimen Winkel der Erde zurückgezogen, der so abgelegen und schwer zugänglich ist, dass sich keine Menschenseele bisher dorthin getraut hat. Oder aber sie haben über die Jahrhunderte gelernt, sich zu tarnen und sie so für uns unsichtbar zu machen. Es konnte mir jedenfalls noch niemand zweifelsfrei beweisen, dass es keine Einhörner auf der Welt gibt und bis es so weit ist, glaube ich einfach weiter an die. Warum sonst sollten sie plötzlich überall auftauchen als Stofftiere, in Büchern, in Filmen und und und… Es MUSS eine Vorlage geben, irgendwo…

#5: Ich kann fluchen wie ein Rohrspatz, der in einer Bahnhofskneipe groß geworden ist

Die meisten Menschen denken immer, dass niemals nicht auch nur ein böses Wort über meine Lippen kommen könnte, weil ich so lieb und nett bin. Die sind definitiv noch nie mit mir Auto gefahren oder waren dabei, wenn ich mal wieder auf dem freien Feld ausgerutscht und auf dem Hintern gelandet bin, weil ich querfeldein unterwegs war.

#6: Bis zur Oberstufe habe ich nie ein Buch fertig gelesen

Meine Mutter hat mich als Kind immer animieren wollen, Bücher zu lesen, aber mir war das viel zu langweilig. Ich hatte Hummeln im Hintern und konnte mich einfach nicht darauf einlassen. Vorlesen allerdings war weniger ein Problem, das habe ich geliebt. Vor allem, wenn mir meine Oma aus meinem total abgegriffenen Märchenbuch ohne Einband mein Lieblingsmärchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ vorgelesen hat. Erst als ich in der Oberstufe war, hat ein Deutschlehrer mich für Literatur begeistern können. Du erinnerst dich vielleicht noch an diese kleinen gelben Reclam-Bücher? Genau so eines war mein erstes Buch „Don Carlos – Infant von Spanien“, gefolgt von „Maria Stuart“. Von da ab habe ich nie wieder aufgehört zu lesen.

#7: Ich bin eine unverbesserliche Romantikerin

Deshalb lese ich auch fast ausschließlich Urban Fantasie Romane und schaue nur Filme und Serien, in denen am Ende „die Guten“ gewinnen. Und dann stelle ich mir gerne eine Welt vor, in der Magie wirklich existiert. Denn dann könnten wir mit ihrer Hilfe die Kriege und all die anderen schlimmen Dinge in der realen Welt aufhalten. Oder besser noch, sie müssten nie passieren. (Ja, ich weiß, dass man daraus auch Lehren ziehen kann, aber in meiner Welt wüssten wir das auch so.)

#8: Mein Auto ist meine Uni

Denn beim Autofahren höre ich am liebsten Hörbücher und da am liebsten Fachbücher. Beim Hören habe ich dann oft das Gefühl, in einer Vorlesung zu sein. Dieses Gefühl mag ich richtig gerne, denn ich liebe es zu lernen. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich bestimmt die Hälfte meiner Zeit in Vorlesungen verbringen, einfach nur weil ich gar nicht genug Wissen in mich aufsaugen kann. Und auch, weil ich es liebe, wenn mir jemand Geschichten erzählt.

#9: Ich habe für mein Diplom Geld bekommen

Ja echt! Eines schönen Tages flatterte ein Brief ins Haus, in dem stand, dass ich mein Studium unter den besten 7 % abgeschlossen habe und dafür sogar einen nicht kleinen Geldbetrag bekomme. Dabei habe ich im ersten Semester nicht eine Klausur mitgeschrieben und kann mich an die Dinge aus dem Grundstudium sowieso nicht mehr erinnern. Erst im Hauptstudium habe ich dann bemerkt, dass ich tatsächlich auf dem richtigen Weg bin.

#10: Einer meiner Standardsätze lautet: „Hier war ich noch nie!“

Daraufhin ernte ich von meinem Mann einen Seitenblick mit fassungslosem Gesichtsausdruck. Ich bin so oft in meinen Gedanken unterwegs, dass ich von meiner Außenwelt nicht sehr viel mitbekomme. Deshalb verlaufe ich mich ständig und auch an Orten, an denen ich schon war oder die an und für sich zu klein sind, um sich dort verlaufen zu können. Ich habe über 6 Jahre in einem Dorf mit damals 154 Einwohnern und 3 Straßen gelebt und mich sogar dort verlaufen. So kam es auch, dass mein Mann mir früher ständig etwas mit Pinguinen geschenkt hat, weil es da mal diesen Pinguin gab, der sich um läppische 3000 km verschwommen hatte…

#11: Ich fand meine Stimme immer blöd

Als junges Mädchen habe ich nicht gerne gesprochen. Vor allem dann nicht, wenn es keinen Geräuschpegel im Hintergrund gab und mich jeder hören konnte. Denn ich fand meine Stimme viel zu dunkel. Immer wenn ich die Einzige war, die sprach, fühlte ich mich wie ein Trampel und habe deshalb weniger gesprochen, weil ich mich selbst nicht hören wollte. Oder ich habe meine Stimme heller klingen lassen, wenn ich es nicht vermeiden konnte. Erst als ich begonnen habe, meinen Podcast zu machen und von allen Seiten zu hören bekam, wie angenehm meine Stimme klingt, konnte ich mich langsam mit ihr anfreunden. Und um sie lieben zu lernen und ihr noch mehr Ausdruck zu verleihen, nehme ich seit einigen Monaten Gesangsunterricht.

#12: Ich habe einen Faible für Zahlen

Vor allem für Zahlenmuster und alles, was mit der Zahl 9 zu tun hat. Ich finde Vielfache von 9 und alle Zahlen mit einer Quersumme von 9 toll. Sie fühlen sich einfach anders an als andere Zahlen. So liebe ich zum Beispiel die 18 oder die 81. Sind sie nicht wunderschön?! Ich mag auch Zahlen, die Rundungen haben, lieber als Zahlen mit Ecken. Also die 8 (weich) ist mir lieber als die 7 (kantige Grenzen). Auf der Autobahn liebe ich es, wenn ich Nummernschilder mit vier gleichen Zahlen sehe. Ich versuche dann immer alle neun Zahlenreihen voll zu bekommen, bis ich ankomme. Mittlerweile habe ich meinen Mann auch damit angesteckt.

#13: Ich liebe meinen Geburtstag

Es ist einfach mein Favorite-Tag im ganzen Jahr. Ich zähle die Monate, dann die Wochen und dann die Nächte, die ich noch schlafen muss bis zu meinem großen Tag. Meinen Mann stresst das total. Aber er wusste es, bevor er mich geheiratet hat, und hat sich mit vollem Bewusstsein für alle meine Spleens entschieden. Außer vor meinem 40. Geburtstag, da hatte ich monatelang schlechte Laune, weil ich dachte, nicht alles erreicht zu haben, was ich bis dahin erreicht haben wollte. Aber ich wäre nicht ich, wenn nicht auch dieser Geburtstag ein „Happy-End“ gehabt hätte.

#14: Ich bin (unter anderem) ein VWL-Nerd

An den Wochenenden unterrichte ich oft angehende Fach- und Betriebswirte (IHK). Eines meiner Lieblingsthemen, bei dem ich kaum zu bremsen bin, ist Volkswirtschaftslehre (VWL). Nicht wegen der Formeln und der ganzen Berechnungen, sondern weil ich es wahnsinnig spannend finde, wie unsere Wirtschaft im Zusammenspiel mit unserem Verhalten funktionieren kann. Es sind mitunter die einfachsten Mechanismen, die zu sehr komplexen Auswirkungen führen. Ich hatte in meinem BWL-Studium einen wundervollen Professor, Prof. Brodbeck, und er hat es damals geschafft, mich so sehr für diese Themen zu begeistern. Für ihn war VWL mitunter mehr eine Philosophie als eine echte Wissenschaft. Von ihm habe ich auch den Satz: „Ich kann eine Theorie nur ablehnen, wenn ich sie zuvor verstanden habe.“ Und so wie Prof. Brodbeck mich begeistern hat, versuche ich es auch bei meinen Teilnehmern. Am Wochenende erntete ich dafür den Satz einer Teilnehmerin: „Sie machen das so gut Frau Schimmel, ich merke gar nicht, wie die Zeit vergeht, und ich bin auch kein bisschen müde.“

#15: Wenn ich könnte, würde ich noch heute unser Schulsystem ändern

Ich habe es noch nicht bis zu Ende durchgedacht, wie es denn dann anders aussehen würde. Aber es wäre ein komplett anderer Lehrplan. Diesen würde ich zusammen mit Prof. Hüther erstellen, den ich großartig finde. Auf jeden Fall wäre meine Schule ein Ort, an den die Kinder gerne kommen würden, weil sie sich dort voll entfalten könnten. Es würde dann übrigens auch für die Kinder so etwas wie eine Kernzeit und eine Flexzeit geben, wie bei gleitender Arbeitszeit bei den Erwachsenen. So dass Kinder, die frühe Vögelchen sind, früher kommen können und die kleinen Eulen später dran sein dürfen. Denn ich sehe nicht ein, warum man das mittlerweile bei Erwachsenen berücksichtigt, die Kinder aber immer noch in diese Zeitschemata gezwungen werden, wie damals, als wir uns noch nach dem Tageslicht organisieren mussten.

So, das waren sie meine 15 Wahrheiten über mich, die du so noch nicht von mir kanntest. Hat dich einer der Punkte besonders überrascht? Falls du auch ein paar Fakten über dich auf deinem Blog teilen willst, verlinke mir deinen Artikel gerne in den Kommentaren.