Irgendetwas schreibe ich jetzt. Das war der Initialgedanke für diesen Text über das genug sein.

Vielleicht funktioniert es so herum, besser. Einfach anfangen zu schreiben, ohne dass mir das Thema bereits klar sein muss. Denn sind wir mal ehrlich, Gedanken zu potenziellen Themen schwirren immer genug im Kopf herum.

Gestern zum Beispiel dachte ich mir, warum wir es nicht einfach gut sein lassen können mit diesem ständigen „nicht gut genug sein“.

Was wäre, wenn wir das könnten? Wenn wir uns einfach gut genug sein lassen könnten. Wäre das so schlimm? Oder so gut?

Was würde alles wegfallen und was wäre alles möglich:

  • Die Zweifel, ob ich gut genug bin, würden auf jeden Fall wegfallen und somit würde mehr Platz im Oberstübchen und im Herzen entstehen für wirklich nützliche Gedanken.
  • Das stetige Nicht-Tun würde ebenfalls wegfallen. Denn ohne die Zweifel würde mir da ja nichts mehr im Weg stehen. Produktiver und gleichzeitig gelassener könnte ich dadurch also auch noch sein.
  • Die Angst, mich zu überfordern, würde auch wegfallen. Denn schließlich würde der Perfektionismus wegfallen und auch die Gedanken darüber, dass ich nicht rechtzeitig dort bin, wo ich glaube ankommen zu müssen. (Fallen dir auch diese Ganzen hätte, wenns und wäres auf?)
  • Glücklicher und zufriedener könnte ich sein. Denn wenn ich gut genug bin und mehr von dem tue, was mir wichtig ist, dann steigere ich auch meine Wirksamkeit. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber alleine beim Schreiben fühle ich mich schon glücklicher.
  • Ich könnte mehr von den Menschen ansprechen, die ich mich bislang noch nicht zu kontaktieren getraut habe (wegen der Zweifel, siehe Punkt 1). Darunter ganz oben auf der Liste Rea Garvey, mit dem ich mich nur zu gerne einmal über Gott und die Welt bei einem (oder dem anderen) Bier unterhalten würde. (Falls du ihn also kennst, du weißt Bescheid.)
  • Die Veränderungen, die ich mir für die Welt wünsche, könnten tatsächlich eintreten. Denn wenn mich Zweifel nicht mehr zurückhalten, ich mehr von dem tue, was mir wirklich wichtig ist und ich dazu auch noch die richtigen Leute anspreche, was sollte mich dann noch aufhalten? Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber für mich macht das gerade absolut Sinn.
  • Neben mehr Menschen ansprechen, würde ich auch viel mehr schreiben. Denn Schreiben gehört zu den Dingen, von denen ich überzeugt bin, dass sie einen großen Einfluss auf uns Menschen haben können. Durch Schreiben lassen sich Gedanken in eine Form bringen, die wiederum andere Menschen berührt, inspiriert, begeistert, aufrüttelt und  so weiter.
  • Anschließend würde ich auch mehr über die Dinge sprechen, über die ich geschrieben habe. Und dann würde ich auch wieder über das schreiben, was mir beim Sprechen klarer geworden ist. Somit könnte ich mich auch viel besser und viel schneller entwickeln und das auch wieder nach außen tragen. Ich stelle fest, diese Liste wird immer besser!

Warum tue ich es nicht einfach? Warum tun es so viele Menschen nicht einfach?

Liegt es tatsächlich daran, dass diese „Nicht gut genug“ - Gedanken so viel Einfluss haben? Oder daran, dass sie uns die ganze Zeit Angst machen mit den inneren Bildern davon, was uns passieren könnte, wenn wir es wagen, uns den Zweifeln zu widersetzen?

Anscheinend ist diese Angst vor den Bildern, die ich mir selbst ausdenke, gewaltig. Und ich frage mich gerade, warum die Bilder davon, was Gutes geschehen könnte, nicht überwiegen. Vielleicht weil ich mich schon so oft davor gedrückt habe, diese Erfahrungen zu machen?

Also ich für meinen Teil werde jetzt ein Experiment starten:

Ich werde mich an die obere Liste halten. Ich werde Dinge tun, die ich mir bislang nicht erlaubt habe bzw., vor denen ich Angst hatte.

Als Erstes werde ich diesen unperfekten Beitrag hier veröffentlichen. By the way, vor Jahren hatte ich schon einmal so einen ähnlichen Artikel veröffentlicht.

Da siehst du mal: Ich bin auch eine Reisende auf ihrem Weg. An einigen Bushaltestellen bin ich schon vorbeigekommen und bei anderen habe ich anscheinend die Stadtrundfahrt-Dauerschleife gebucht.

Was denkst du? Machen wir uns gemeinsam auf den Weg?

Lass uns das Experiment gemeinsam machen und uns gegenseitig mit den Dingen unterstützen, die wir TROTZDEM gemacht haben. Trotz der Gedanken, trotz der Zweifel und trotz der Bilder, über die schrecklichen Zukunftsszenarien.

Wir brauchen wahrscheinlich einfach nur das Pendant zu Kondition im Umgang mit den eigenen Zweifeln und Ängsten. Dann noch ein bisschen „Gut genug“ - Muskeltraining und wir werden unstoppable.

Also, bist du dabei? Dann schreibe mir deine Gedanken im Kommentar. Was sind deine ersten Ziele in unserem kleinen Reiseabenteuer?

Ich freue mich darauf, von dir zu lesen!

Allerliebste Grüße und bis bald,
deine Carina