In diesem Beitrag werde ich dir darüber berichten, wie meine Unzufriedenheit mich immer weiter an den Punkt in meinem Leben gebracht hat, an dem ich selbst aus meinen inneren Grenzen ausgebrochen bin. Dafür muss ich allerdings ein wenig ausholen und somit ist dieser Artikel von mir etwas länger als gewöhnlich. Am Ende erwarten dich dann fünf Leitfragen, die auch dich dabei unterstützen können deinen Weg zu finden, also lass dich überraschen!

„1, 2 oder 3 – letzte Chance – vorbei! Ob du wirklich richtig stehst, siehst du, wenn das Licht angeht!“ Wer kennt ihn nicht diesen Satz aus der Quizshow für Kinder?

Als ich mir diese Sendung angesehen habe war es noch Michael Schanze, der sie moderierte und ich habe sie so geliebt. Damals war ich noch ein Kind und mein Leben eine bunte Kiste voller Abenteuer und Überraschungen, welche gelebt und entdeckt werden wollten.

Es war die Zeit meines Lebens, in der ich mir keine Gedanken darüber machen musste, ob ich wirklich richtig stehe. Ich war ein Kind und ich durfte einfach von Moment zu Moment und von Tag zu Tag leben ohne eines dieser großen Lebensziele verfolgen zu müssen.

Meine wichtigsten Entscheidungen, die ich zu treffen hatte waren: Was ziehe ich an? Mit wem treffe ich mich zum Spielen? Und wann bekomme ich endlich mein eigenes Pferd?

Als das Blatt sich wendete

Mit der Zeit änderte sich dann doch so einiges wie du dir sicher vorstellen kannst. Irgendwann kam auch für mich der Punkt, an dem ich Entscheidungen treffen musste, die nicht nur den jeweiligen Tag oder maximal die Woche betrafen.

Nein, es sollten Entscheidungen sein fürs Leben – man stelle sich vor! Ich kann mich noch recht gut daran erinnern wie das damals gewesen ist. Eine dieser besagten Entscheidungen drehte sich natürlich – wie soll es auch anders sein – darum, was mache ich nach der Schule? Welchen Beruf wähle ich? Gehe ich studieren? Wohin soll mein Weg denn führen?

Gesagt getan

Hach Gott, welch eine Flut an Möglichkeiten mir da entgegen schwappte! Und so fand ich nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum meinen ersten Beruf und machte eine Ausbildung zur Bankkauffrau.

Wenn ich ehrlich bin war es gar nicht so sehr eine Entscheidung, die ich da getroffen hatte. Ich hatte einige Absagen bekommen und da die Bank mich wollte, habe ich kurzerhand zugesagt. Ein vielversprechender Weg tat sich vor mir auf, wäre da nicht bereits während der Ausbildung diese innere Unzufriedenheit gewesen.

Will ich das echt mein Leben lang machen?

Das war die Frage die sich mir immer wieder aufdrängte. Bereits während meiner Ausbildung hatte ich schon wieder tausend Ideen was ich denn noch so machen könnte. Studieren, eine zweite Ausbildung oder oder oder.

Es kam dann, wie es kommen musste: Ich habe gekündigt und noch einmal von vorne angefangen. Es folgten ein kurzer Abstecher zum Studium der Sprachwissenschaften und der Geschichte, ein etwas längerer Abstecher zum Studium der Nanostrukturtechnik und Mathematik bis ich schließlich und endlich das Studium der Betriebswirtschaftslehre mit einem Diplom abgeschlossen hatte.

Und jetzt?

Ging das schon wieder los! An diesem Punkt war ich doch schon und jetzt sollte ich mich wieder für eine Richtung entscheiden? Am liebsten wäre es mir gewesen, es hätte jemand zu mir gesagt: „Carina, auf dich habe ich gewartet“ oder „Carina, du kannst das das und das gut und deshalb machst du am besten das.“ Kam aber niemand, wie du dir vielleicht vorstellen kannst.

Also habe ich mich auf die Suche gemacht und einen, wie ich fand, tollen Job gefunden. Ein bisschen was mit IT, ein bisschen was mit Menschen, dazu noch Schulungen und Trainings konzipieren und halten und vor allem: Geschäftsreisen! Ich war hin und weg – ich konnte reisen und dabei auch noch Geld verdienen. Sooooo cool!

Doch auch hier blieb ich nicht so lange wie gedacht

Ich konnte nicht so arbeiten wie ich es mir wünschte. Die Menschen waren es, die mir zu kurz kamen bei der Sache. Das, was ich in meinem Studium gelernt hatte über Teams, über Zusammenarbeit, über Veränderungen im Unternehmen, all das, was mir wichtig war und mir am Herzen lag wurde in der Praxis so nicht gelebt.

Ich fühlte mich eingeschränkt und mit meinen Ideen nicht gesehen oder wertgeschätzt. Ich war hin und her gerissen und spürte wieder die Unzufriedenheit in mir aufkeimen. Dazu muss ich ehrlicherweise auch noch gestehen, dass ich scheinbar nicht für diese klassischen Hierarchien gemacht bin.

Wie sollte es also weitergehen?

Ich verliebte mich! Mein ganzer Bauch war voller flatternder und aufgeregter Schmetterlinge und ich konnte es gar nicht abwarten zu ihm nach Hamburg zu ziehen. Du ahnst vielleicht, was dafür notwendig war – genau – ein neuer Job musste her. Das passte mir gerade richtig gut, denn Spaß hatte ich ja ohnehin gerade nicht in meinem aktuellen Beruf.

Die Suche zog sich allerdings ein bisschen hin und ich glaube ich muss ein klein wenig unerträglich gewesen sein, denn meine Freund und eine gemeinsame Freundin fassten gemeinsam den Entschluss, dass ich dringend mal ein Seminar besuchen sollte, bei welchem beide bereits gewesen sind.

Der Wind begann sich zu drehen

Kurz bevor ich also meinen neuen Job antreten sollte, den ich kurz zuvor gefunden hatte, besuchte ich als besagtes Seminar. (In meinem Beitrag vom Komfortzonen-Bewahrer zum Komfortzonen-Gestalter kannst du noch mehr darüber lesen.)

Das, was ich machte, war nicht das, was ich machen wollte!

Diese vier Tage brachten für mich die Wende! Plötzlich machte es irgendwo in mir klick und ich wusste genau, was hier falsch lief.

Ab diesem Zeitpunkt keimten sie wieder auf, die tiefe Sehnsucht danach, etwas ganz anderes zu machen gepaart mit dem Wunsch nach Abenteuer. Das Leben in vollen Zügen genießen und ausschöpfen und endlich tun was ich liebte.

Aber wie?

Tja, das Bewusstsein war zwar endlich bei mir eingekehrt, doch an der Umsetzung haperte es leider noch etwas. Denn ich war gerade erst nach Hamburg umgezogen und hatte einen neuen Job begonnen.

„Ich kann doch jetzt nicht einfach etwas anderes machen!“ war mein zentraler Gedanke. Du kennst diese ganzen „Das macht man nicht“-Parolen sicher auch.

Aber selbst wenn ich etwas anderes hätte machen können, ich hätte gar nicht gewusst, was das sein sollte. Für alles, was ich gerne ausprobiert hätte, haben mir (nach meinem Empfinden) entweder die nötigen Qualifikationen gefehlt oder aber die erforderliche Erfahrung.

Welche Entscheidung sollte ich also treffen?

Das Ende vom Lied war, dass ich mich einfach gefügt habe. Ich habe mir eingeredet, dass das ja vielleicht doch nicht so schlecht ist, immerhin war es ja ein guter Job.

Aber dieser Gedanke, dass ich nicht das tue, was ich wirklich will hat mich nicht losgelassen. Meine Gedanken überschlugen sich, die Unzufriedenheit stieg quasi bis ins Unermessliche und auch mein Körper hatte bereits begonnen gegen mich vor zu gehen.

Es kam, was kommen musste: mein Körper hatte sich dafür entschieden, das nicht mehr länger mitzumachen und hat mir damit die Entscheidung quasi abgenommen.

Und nun?

Das war die nächste Frage, die sich mir nun stellte. Bei dem Gedanken in meinen alten Beruf zurück zu gehen, hatte ich das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Aber wie sollte es nun weiter gehen, was sollte ich tun? Wofür sollte ich mich entscheiden? Ich hatte einfach keine Ahnung, in welche Richtung ich gehen sollte.

Schließlich war es mein Freund, der damals zu mir sagte: „Carina, du musst jetzt mal was finden, was dir Spaß macht und was du wirklich machen willst.“

Und schwups war ich wieder an dem Punkt angekommen, noch einmal von vorne zu Beginnen. Aber das kannte ich ja schon und darin bin ich mittlerweile recht gut.

Der Unterschied dieses Mal war aber, dass ich wirklich meinen Weg gefunden habe. Wusste ich das damals schon? Nein, das war mir nicht klar. Aber mein Bauchgefühl hat mich in diese Richtung gebracht und ich habe ihm nach so vielen Jahren einfach mal vertraut.

Im Nachhinein kann ich diese Frage aber definitiv mit einem Ja beantworten, denn so lange wie ich nun schon meine neue Berufung lebe, hat es mich nie zuvor in einem meiner alten Jobs gehalten und das sagt für mich schon alles.

Was hat sich verändert?

So vieles, dass ich es glaube ich gar nicht mehr alles auflisten kann. Zusammenfassend könnte ich sagen: Ich habe zu mir gefunden, mich selbst entdeckt und bin sehr klar darin, was ich will. Aber wie zeigt sich das?

#1 Mein Leben – meine Regeln

Wo ich früher fast schon blind dem nachgerannt bin, was in meinen Augen anerkannt und angesehen war im außen, habe ich für mich entdeckt, dass es bestimmte Parameter für mich gibt, bestimmte Werte so zu sagen, nach denen ich mein Leben ausrichten will.

Ich habe für mich erkannt, dass Freiheit und Leichtigkeit einen sehr hohen Stellenwert für mich und Leben haben. Bin ich hier eingeschränkt oder habe ich das Gefühl von gefangen sein, will ich sofort ausbrechen. Es raubt mir meine Energie und meine Kreativität, deren Ausleben mir ebenfalls sehr wichtig ist.

Welches sind deine Werte, deine Stützpfeiler, nach denen du dein Leben ausrichtest? Wenn du sie noch nicht kennst, dann frage dich: “In welchen Momenten meldet sich mein Bauch mit einem unguten Gefühl bei mir?” und gehe diesen Situationen weiter nach.

#2 Einzigartig sein ist nichts, was ich erreichen kann

Wo ich früher im außen nach Bestätigung und Wertschätzung suchte und ich darin verloren habe, mich mit anderen zu vergleichen, weiß ich heute um meine Stärken, Talente und Potenziale, die mich einzigartig machen.

Früher habe ich mich darüber definiert, welche beruflichen Erfolge ich bereits zu verzeichnen habe. Sprich, wie hoch ist mein Einkommen, wie angesehen ist das, was ich tue usw. Heute weiß ich, dass kein Job, kein Zeugnis und kein Zertifikat der Welt eine Aussage darüber treffen kann, wer und wie gut ich wirklich bin!

Welches sind deine besonderen Talente und Fähigkeiten? Wenn du sie noch nicht kennst, dann frage dich: “Was fällt mir besonders leicht? Was tue ich bereits mein Leben lang und nehme es immer als selbstverständlich?”

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#4 Erfolge beginnen beim Anerkennen was ist und nicht beim Suchen was fehlt

Wo ich früher dachte, ich habe es noch zu nichts gebracht so sprunghaft wie ich war, kann ich meine Erfolge mittlerweile erkennen und sie sogar anerkennen. Mein Fokus liegt nicht mehr darauf, was ich noch nicht geschafft oder erreicht habe, sondern darauf, was ich bereits alles geschafft habe.

Meine Sprunghaftigkeit, die ich früher eher unter der Kategorie „mangelndes Durchhaltevermögen“ einsortiert habe, trägt heute den Namen „Multitalent“ und ich sehe das heute als eine meiner größten Stärken an. Das erkannt zu haben ist ein unheimlich schönes und vor allen Dingen erfüllendes Gefühl.

Welches sind deine Erfolge, was hast du bereits alles erreicht in deinem Leben? Wenn du deine Erfolge noch nicht erkennen kannst, dann frage dich: “Welche einzelnen Schritte musst ich gehen, um heute hier an diesem Punkt zu sein?” und liste jeden noch so kleinen Schritt einzeln auf.

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#5 Träume sind gelebte Freiheit, denn sie haben keine Grenzen

Wo ich früher sehr stark nach harten Fakten und Argumenten gesucht habe und alles sehr schnell in möglich und unmöglich einsortiert habe, erlaube ich mir heute wieder zu träumen. So lange habe ich mir meine Träume nicht erlaubt und geglaubt, dass sie lächerlich sind und ich sie ohnehin nie erreichen kann.

Heute weiß ich, meine Träume zeigen mir genau auf, wo sich meine inneren Grenzen befinden und ich erkenne dadurch, was ich mir alles noch nicht erlaube. Diese Erkenntnis verbindet mich so stark mit dem kindlichen Anteil in mir und der ist so ein wertvoller Schatz!

Er erlaubt es mir neugierig zu bleiben und zeigt mir immer wieder auf, wo ich es mir selbst noch schwer mache. Durch ihn denke ich in Möglichkeiten statt in Hindernissen und allein die Vorstellung von: Was wäre wenn… öffnet den Horizont für mich!

Welches sind deine Träume? Wo öffnet sich dein Herz und wo bekommst du das Gefühl innerlich zu schweben? Wenn du deine Träume nicht mehr kennst, dann gehe zurück in deine Kindheit und frage dich: “Was wollte ich als Kind machen, wenn ich einmal groß bin?”

Träume sind die wahre Freiheit, denn sie haben keine Grenzen! Klick um zu Tweeten

Es gäbe noch wesentlich mehr zu schreiben aber das würde womöglich den Rahmen sprengen.

Viel mehr interessiert mich wie es dir geht mit dieser Frage: „War’s das schon?“ geht. Was sind deine Gedanken dazu? Hast du deine Richtung bereits gefunden? Wie sieht es mit deinen Sehnsüchten und Wünschen für dein Leben aus?

Liebste Grüße und bis bald,

Carina

P. S. Wunder werden Wirklichkeit!
P. P. S. Lebe das Abenteuer deines Leben!

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