Hin und her, hoch und runter, links und rechts, bis sich nur noch alles dreht in meinem Kopf. Eine Entscheidung soll Klarheit bringen, mich einen Schritt nach vorne bringen, mir helfen meine Ziele zu erreichen. Stattdessen wirft sie einfach nur noch mehr Fragen auf, tausend Szenarien müssen berücksichtigt werden bevor ich mich überhaupt in der Lage fühle mich zu entscheiden – wenn überhaupt. Ich will mich nicht falsch entscheiden aber welches dieser Szenarien wird tatsächlich eintreten?

Geht es Dir vielleicht auch so wenn Entscheidungen anstehen?

Hast Du auch Bedenken dass Du die falsche Entscheidung treffen könntest?

Es gibt Entscheidungen über die mache ich mir überhaupt keinen Kopf und sie zu treffen fällt mir auch absolut nicht schwer. Und dann gibt es da die Entscheidungen, die mich wirklich ins Schwitzen bringen, mich zum Grübeln verleiten, mir Angst machen.

Angst mich falsch entscheiden zu können – einen Fehler zu machen. Angst eine Niederlage zu erleben, anstatt den Erfolg zu ernten, den ich mir so erhoffe.

Ich überlege hin und her, wälze meine Gedanken von links nach rechts und stelle mir immer wieder die gleiche Frage: „Was soll ich tun, was ist die richtige Entscheidung?“

Vor einigen Jahren war genau das ein Thema bei einem Seminar. Und auch heute noch helfen mir die Erkenntnisse, die ich damals dort hatte. Klar, deshalb treffe ich noch lange nicht jede meiner Entscheidungen mit Links und ob sie mich zum Erfolg führen oder nicht kann ich auch immer noch nicht vorab wissen.

Aber sie nehmen mir ein wenig die Angst und den Druck und unterstützen mich dabei mich überhaupt zu entscheiden. Aber erst einmal der Reihe nach.

Meine wichtigsten Erkenntnisse, die mir noch heute dabei helfen mich zu entscheiden, waren:

#1 – Du kannst keine richtigen und falschen Entscheidungen treffen

Blödsinn! War so mein erster Gedanke, den ich hatte, als ich diesen Satz zum ersten Mal las. Klar kann ich mich falsch entscheiden, habe ich ja schließlich schon oft genug mit Bravour hinbekommen. Will der mir jetzt etwa erzählen, dass es ein Patentrezept gibt, so etwas wie: „Wie Du garantiert die richtigen Entscheidungen triffst!“?

Ich war nicht die Einzige, die völlig verdutzt geschaut hat und sich sicher war die richtige 😉 Antwort zu kennen. Auch die anderen Teilnehmer waren sich sicher. Ja, du kannst falsche Entscheidungen treffen.

Nachdem sich der Seminarleiter unsere Diskussion ein wenig mit angehört hatte, schaltete er sich mit ein. „Hast Du in dem Moment, in dem Du Dich entschieden hast, gewusst, dass Du eine falsche Entscheidung triffst?“

Hm naja, an sich nicht. In dem Moment, als ich die Entscheidung getroffen habe, dachte ich tatsächlich es sei die richtige. Das es doch ein Fehler gewesen ist hat sich ja erst im Nachhinein herausgestellt.

Und genau so ist es auch, zumindest ist das seit diesem Tag meine Meinung. Wenn ich eine Entscheidung treffe, dann entscheide ich mich doch so, wie ich in dem Moment denke dass es richtig und gut für mich ist.

Klar, ich kann nicht wissen wie sich diese Entscheidung auf meine Zukunft auswirken wird. Ob sie mich zu einem Erfolg führt oder mir eine Niederlage beschert, das erfahre ich erst nachdem ich die Entscheidung getroffen habe.

Das macht es ja schon mal ein kleines bisschen leichter. Aber besser?

#2 – Du kannst Dich nicht nicht entscheiden

Nein, die zwei “nicht” hintereinander sind kein Schreibfehler, sondern genau so gewollt. 😉

Was soll das denn jetzt für ein komischer Satz sein bitteschön? Der soll mir helfen mich zu entscheiden? Wenn ich eine Entscheidung nicht treffe, dann habe ich mich doch auch gar nicht entscheiden, oder? Ja, ich war total skeptisch in diesem Seminar.

Aber zum Glück nicht unbelehrbar. 😉

„Ihr habt auch eine Entscheidung getroffen auch wenn ihr euch nicht entschieden habt“ meinte der Seminarleiter. Der versteht mich nicht, dachte ich zuerst. Aber ich sollte noch eines Besseren belehrt werden.

Wenn ich eine bewusste Entscheidung A nicht treffe, dann habe ich diese eine Entscheidung A auch nicht getroffen. Soweit alles richtig.

ABER ich habe auch gleichzeitig die Entscheidung B getroffen, wenn vielleicht auch unbewusst. Denn ich habe mich dafür entschieden die Entscheidung A nicht zu treffen.

Ziemlich kompliziert auf den ersten Blick, aber lass es mal einen Moment auf Dich wirken.

Die Redewendung: „Keine Antwort ist auch eine Antwort“ trifft es. So ist es auch mit den Entscheidungen. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Nämlich die, mich nicht zu entscheiden.

Was aber hilft mir denn jetzt mich zu entscheiden?

Ich habe ein paar kleine Tipps für Dich:

Tipp #1: Was willst Du erreichen?

Was ist Dein Ziel, wo willst du hin, was willst du erreichen? Wenn Du auf diese Fragen die Antwort weißt, dann kannst Du auch gut einschätzen, ob die Entscheidung Dich diesem Ziel einen Schritt näher bringt oder nicht.

Ja ich weiß, ob Du mit diesem Tipp nun einen Erfolg erntest oder eher Niederlage erfährst wird die Zukunft zeigen. Worüber Du Dir aber sicher sein kannst ist:

  1. Wenn Du Dich nicht entscheidest kommst Du Deinem Ziel keinen Schritt näher und
  2. Wenn Du Dich entscheidest erhöhst Du immerhin die Wahrscheinlichkeit Dein Ziel zu erreichen.

Tipp #2: Glaube nicht alles, was Du denkst

Es ist sicherlich wichtig Dir über die Pros und Kontras Gedanken zu machen, die mit Deiner Entscheidung einhergehen, keine Frage.

Aber diese Gedanken rufen auch immer Deinen inneren Fuzzi aufs Parkett. So nenne ich meinen inneren Sicherheitsbeauftragten, der dafür zuständig ist, dass ich mich auch ja nicht ins Unglück stürze.

Mein Fuzzi ist aber ein dicker Kumpel meiner Angst. Und die beiden in Kombination liefern mir die absolut schlechtesten Szenarien, die meine Entscheidung so nach sich ziehen könnte. Das machen die beiden aber nicht um mich zu ärgern, sondern um mich zu beschützen.

So schlimm, wie die sich das immer ausmalen ist es bisher noch nie geworden, das kann ich Dir aus meiner Erfahrung sagen. Und wie kannst Du die beiden dann besänftigen?

Tipp #3: Höre auch auf Dein Bauchgefühl

Ja, ja, die Mädchennummer wieder. Auf mein Bauchgefühl hören. Aber der Bauch weiß nicht was der Kopf weiß. Ich kenne diese Bedenken.

Es ist mittlerweile bekannt, dass sich in unserem Darmtrakt tatsächlich Nervenzellen, sogenannte Neurone befinden, die es auch in unserem Gehirn gibt. In Fachberichten wird unser Darm daher häufig als das „Darmhirn“ bezeichnet. Denn er sendet tatsächlich Informationen nach oben zu unserm Gehirn.

Du kennst vielleicht die Momente, in denen Du eine E-Mail von einem ungeliebten Kunden bekommst. Und in dem Moment, in dem Du nur den Absender siehst spürst du schon in der gleichen Sekunde ein flaues Gefühl in der Magengegend.

Dein Bauch hat aus Deinen Erfahrungen gelernt und lernt noch immer und er erinnert sich manchmal besser als unser Gehirn. Daher ist es einfach sinnvoll den Bauch in die Entscheidungen mit einzubeziehen.

Ich kann Dir sagen, ich tue mir mit diesen Erkenntnissen und Tipps mittlerweile wesentlich leichter Entscheidungen zu treffen und ins Tun zu kommen.

Und jetzt bist Du dran: Wie geht es Dir damit Entscheidungen zu treffen? Hast Du noch weitere Tipps und Strategien, die Du mit uns teilen kannst?

Ich freue mich über Deine Erfahrungen und Wünsche! Schreib’ mir einfach eine E-Mail oder hinterlasse ein Kommentar!

Bis bald,

Deine Carina