Seit Jahren schon begegnet mir dieser Satz immer und immer wieder. Und wenn ich dann ich selbst bin, wer bitteschön bin ich denn dann? Die Frage die sich mir daraufhin stellt konnte mir nur leider nie jemand beantworten.

Ich hatte schon länger vor einen Beitrag zu diesem Thema zu erstellen. Aufgerufen und inspiriert hat mich dann die Blogparade „Stark durch Selbstliebe“ meiner lieben Kollegin Claudia Heipertz. Diesen Ansporn habe ich gebraucht und schon flossen die Buchstaben wie von selbst aufs (digitale) Papier. Aber nun will ich Dich nicht mehr länger auf die Folter spannen, auf geht’s!

Sei einfach Du selbst

Ich kann mich noch gut an meine ersten Vorstellungsgespräche erinnern. Die Unterlagen samt Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnissen und Foto waren begutachtet und für interessant und Kennenlernens wert empfunden worden. Und dann ging es darum mich für die Gespräche vorzubereiten.

Darüber hinaus habe ich mich über das Unternehmen informiert, habe mich damit auseinander gesetzt wie ich auf Fragen bzgl. meines Lebenslaufs antworten konnte (schließlich war der ja alles andere als geradlinig) und mir auch selbst Fragen überlegt, die ich meinem Gegenüber am Ende noch stellen konnte, damit er auch merkt wie interessiert ich bin.

Authentisch sollte es sein

Und nicht zu vergessen, musste ich mir überlegen welche sinnvollen Stärken und Schwächen ich im Vorstellungstermin darbiete. Schließlich darf ich mich ja nicht selbst überschätzen und meine Schwächen müssen so formuliert werden, dass ich sie auch selbst noch in Stärken verwandeln kann.

Das Wichtigste aber war ja immer noch einfach ich selbst zu sein, authentisch zu sein und mich nicht zu verstellen. Zumindest wurde mir das von allen Seiten so mitgegeben. Was mir im Übrigen super leicht viel, bei all den Dingen, die ich hätte falsch machen können. ;o)

Ich selbst sein, was bitteschön bedeutet das denn und wer soll ich denn dann sein?

Immer und immer wieder habe ich mir diese Frage gestellt. Es gehört ja so einiges dazu und vor allem muss ich mich ja erst einmal wirklich kennen. Und wenn ich mich dann selbst kennengelernt habe, wäre es durchaus auch von Vorteil wenn ich mögen würde, was ich da kennengelernt habe.

Wenn ich einen fremden Menschen kennenlernen und ich ihn nicht mag, dann ich ihn ja einfach nicht mehr kontaktieren und das Ganze hat sich erledigt. Aber bei mir selbst?

Ich konnte mich selbst nicht ausstehen

Jetzt muss ich auch noch dazu sagen, dass ich mich früher so überhaupt gar nicht leiden konnte. Es gab sogar Tage, da habe ich mich regelrecht gehasst und mir nichts sehnlicher gewünscht als einfach jemand anders sein zu können. Vorbilder, die in Frage gekommen wären hatte ich auch schon parat.

Das Feedback war wundervoll, nur konnte ich es nicht annehmen

Es hat ziemlich lange gedauert aber irgendwann kam der Tag, an dem ich dann doch angefangen habe, mich selbst ein wenig kennenzulernen. Zu Beginn fand das noch eher passiv statt. Ich hatte einen neuen beruflichen Weg eingeschlagen hin zu Coaching, Beratung und Qigong und kam über eine völlig neue Materie mit ganz neuen Menschen in Kontakt.

Hier stand tatsächlich meine Person im Vordergrund und nicht meine Arbeitsleistung und ich bekam immer mehr wundervolles Feedback. Zuerst dachte ich so bei mir: „Das sagen die doch nur um nett zu sein.“ Ich konnte erst einmal gar nicht annehmen, denn so hatte ich mich selbst ja noch nie gesehen.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Nach einiger Zeit jedoch habe ich gelernt diese Wertschätzungen für mich auch anzunehmen und ich begann so langsam zu spüren, dass ich vielleicht doch gar nicht so schlecht sein konnte, wie ich immer dachte.

Über meine Ausbildung in Qigong kam ich immer weiter und immer tiefer mit mir selbst in Kontakt. Ich bin zunehmend achtsamer und respektvoller mit mir umgegangen.

Irgendwann während einer Übung hatte ich dann plötzlich das Gefühl das kostbarste und schönste in meinen Händen zu halten – mich selbst. Mir liefen die Tränen übers Gesicht, nicht vor Traurigkeit, sondern vor Glück. Es hat sich so wundervoll und so richtig angefühlt.

Ja, ich bin wertvoll

Seit diesem Tag kann ich über mich selbst sagen: „Ich bin kostbar, ich bin einzigartig und ich liebe mich genauso wie ich bin.“ Mehr noch sogar:

  • Ich bin es mir wert auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten!
  • Ich bin es mir wert mir meine Gefühle zu erlauben, alle wie sie da sind!
  • Ich bin es mir wert meine Eigenschaften und Fähigkeit als besondere Gaben zu sehen!
  • Ich bin es mir wert mir selbst Guten zu tun!
  • Ich bin es mir wert meine Träume und Visionen zu groß wie möglich auszumalen!
  • Ich bin es mir wert ich selbst zu sein!

Diese Liste ließe sich noch weiter führen aber ich denke mal Du hast das Prinzip verstanden. :0)

Gibt es auch Tage an denen mir das weniger gut gelingt? Klar gibt es die! Ich bin ein Mensch und auch mein Leben hat Höhen und Tiefen. Was aber den wahren Unterschied für mich macht ist, dass ich nicht mehr bis zum Grund in die tiefsten Täler und schlechten Tage abtauche.

Ich merke es sehr schnell wenn es mir nicht gut geht oder mir etwas nicht gut tut und dann verändere ich es. Nicht quick and dirty, sondern Schritt für Schritt und mit Bedacht. Denn genau diese Tiefen sind es, die mich auch immer wieder einen Schritt weiter bringen auf meinem Lern- und Entwicklungsweg.

Und jetzt bist Du dran: Wie steht es im Deine Liebe zu Dir selbst? Gibt es Tage an denen Du Dich schon als ganz ok einstufen kannst?

Ich freue mich über Deine Erfahrungen und Wünsche! Schreib’ mir einfach eine E-Mail oder hinterlasse ein Kommentar!

Bis bald,

Deine Carina